Am 13. November 2008 fand im Rhauderfehner Schulzentrum ein Budo-Präventionstag statt. Dazu hatten sich drei Sportvereine, so auch der 1. Fehntjer Taekwon-Do Club Rhauderfehn, und eine Sportschule zu der Fehntjer Budo-Initiative zusammengefunden. Fachlich begleitet wird die Initiative vom Präventionsbeauftragten der Gemeinde Rhauderfehn, Herrn Axel Winter.
Die Vereine und die Sportschule praktizieren verschiedene Budo-Sportarten (Taekwon-Do, Karate, Ju-Jutsu und Chuanfa-Karate). Ziel der Initiative ist es, junge Menschen durch den Budosport mit den darin enthaltenen höflichen und friedlichen Umgangsformen vertraut zu machen. Bei den Budo-Künsten handelt es sich in erster Linie nicht um reine Sportarten, sondern um eine Persönlichkeitsentwicklung, die neben dem Spaß an der Bewegung in gleicher Weise Körper, Geist und Charakter des Ausübenden schult. Nach diesen traditionellen Regeln vorzugehen, heißt zu lernen, das Leben bewusst zu wahrzunehmen und zu meistern.
Am Präventionstag stellten die drei Vereine und die Sportschule sich den 5. und 6. Jahrgängen des Gymnasiums, der Realschule, der Hauptschule und der Förderschule vor und veranstalteten mit den Schülern Workshops. Mit der Vielzahl der beteiligten Aktionspartner wurden auch die verschiedenen asiatischen Stilrichtungen vorgestellt. Den jungen Menschen wurde auf diese Weise eine gute Wahlmöglichkeit eröffnet.
Die Schüler wurden entsprechend ihrer Schulform zeitgleich in der Dreifachturnhalle der Realschule betreut. Es begannen die Realschüler, es folgten die Hauptschüler und zum Schluss wurden die Gymnasiasten mit den Sonderschülern gemeinsam betreut. Eine Aktionseinheit dauerte jeweils 95 Minuten. Nach einer kurzen Vorstellung und einem kurzen Aufwärmen wurden die Schüler auf die vier Workshops der Aktionspartner verteilt. Nach jeweils 20 Minuten wechselten die Referenten, so dass alle Schüler alle vorgestellten Stilrichtungen kennen lernten. Zum Schluss wurden noch gemeinsame Flyer verteilt.
Auf diese Weise wurden insgesamt fast 600 Schüler mit den asiatischen Kampfkünsten vertraut gemacht. Ca. 25 Lehrer waren während der Aktionen anwesend. Einige ließen es sich nicht nehmen, an den Aktionen selbst teilzunehmen. Insgesamt 15 Referenten betreuten die Aktion, davon allein 5 vom 1. Fehntjer Taekwon-Do Club (Axel Markner, Lutz Möhle, Kim Wilken, Olesja Ditz und Uwe Wagner).
Die Resonanz auf diese Aktion war hervorragend. Die Schüler hatten enormen Spaß und waren mit Feuereifer bei der Sache. Nicht ein Schüler „tanzte aus der Reihe“. Die gesamte Aktion lief organisatorisch und zeitlich wie ein Uhrwerk ab. Alle Teilnehmer verhielten sich ruhig und außerordentlich disziplinert. Die wenigen Schüler, die krankheits- oder verletzungsbedingt nicht an der Aktion teilnehmen konnten und deswegen nur auf der Bank sitzen durften, bedauerten ihre Nichtteilnahme außerordentlich.
Die anwesenden Lehrkräfte beurteilten die Aktion ebenfalls positiv. Ihnen fiel ebenfalls der ruhige und sehr disziplinierte Ablauf auf. Zudem konnten sie bei den angebotenen Übungen schnell die motorischen Defizite ihrer Schüler erkennen. Die Jungen hatten zudem die Gelegenheit, sich einmal richtig auszupowern. Dazu wiesen sie darauf hin, dass die Jungen in den sportlichen Aktivitäten in den letzten Jahren zurückgefallen seien. Mädchen würden mehr gefördert. Das führe dazu, dass die Jungen viel zu wenig Gelegenheit hätten, sich richtig auszutoben. Dieses Angebot sei ein Schritt hin zur „bewegten Schule“.
Die Lehrkräfte wollten denn auch die gewonnenen Erkenntnisse an die Eltern weiterreichen. Dazu soll in Elternabenden auf die sportlichen Möglichkeiten und die dadurch erzielte Förderung hingewiesen werden, die gemeinsamen Flyer verteilt werden oder auch eine gezielte individuelle Information erfolgen.
Die Referenten, die nach 5 ½ Stunden intensiver Unterrichtung natürlich „platt“ waren, werteten die Aktion als vollen Erfolg. Man wird sich weiterhin treffen, um ähnliche Projekte zu verabreden, zu planen, zu organisieren und durchzuführen.

Lutz Möhle demonstriert den Tollyo Cha Chirugi (Halbkreisfußstoß)
Uwe Wagner korrigiert die Körperstellung

Uwe Wagner kontrolliert den Ablauf des Panjayu Taeryons (halbfreier Kampf)
Quelle der verwendeten Fotos: General-Anzeiger. Weitere Fotos finden Sie unter http://ga-online.de/fileadmin/bildergalerie/start.php?ga=1&bid=288
|